Fotoserie 70 x 100cm, Foto auf Aludibond, 2014, Ed. 2

 

Karin M. Pfeifer greift diese leere Projektionsfläche auf um die Frage nach dem Ziel der Reise zu stellen.
Dabei versteht die Künstlerin Reisen im weitesten Sinn nicht nur als physischen, sondern auch als psychischen Ortswechsel, als intellektuellen Gedankensprung oder auch künstlerischen Diskurs. Gemeinsam ist die Sehnsucht, gewohnte Wege zu verlassen und neue Perspektiven einzunehmen, wohl ein Ursehnsucht des Menschen. Nicht umsonst werden die fernsten Ecken dieses Planeten bereist, historische Welten vergangener Epochen dekuvriert oder in Science-Fiction-Visionen artifizielle Scheinkonstrukte höchster Komplexität errichtet.
Sowohl gedankliches als auch reales Delokalisieren schärft das Bewusstsein - teilweise bis zur Schmerzgrenze. Reisende stellen die Fragen nach sich selbst und der Welt. Sie sehen sich mit der Endlichkeit des Seins konfrontiert und der Relativität des gewohnten Lebens. Die daraus folgende mögliche Erkenntnis beschreibt der britische Autor Dan Kieran* so: "Wenn man zu den Sternen oder zu den weit entfernten Sonnen am nächtlichen Himmel hinaufblickt und daran denkt, dass das Universum mehr von diesen Himmelskörpern enthält, als es Sandkörner auf dem Planeten Erde gibt, kann es einem keiner mehr übel nehmen, wenn man die Hände vors Gesicht schlägt und anfängt zu schreien, weil das Dasein so unergründlich und absurd ist."
*(Dan Kieran, 2013: Eine Reise mit dem Milchwagen durch England).