HOT AND COOL
Der Raum vermittelt keine Nähe, es gibt keine Gegenstände, die private Atmosphäre zulassen, und die, die es gibt, sind plötzlich nicht die gewohnten Symbole der Geborgenheit, wie z.B. Kühlschränke. Normalerweise stehen sie für „daheim sein“ oder „Lustbefriedigung“ oder, noch viel öfter, „Ersatzbefriedigungen“, alles Ersatzhandlungen, die im
Zusammenhang mit Nahrungsaufnahme stehen. Durch die Verpflanzung dieses privaten Objekts in einen öffentlichen Raum wird - wie öfters in den Installationen der Künstlerin - Irritation erreicht. Sie ist kein Selbstzweck sondern Anlass, über eingefahrene Konsum- und Lebensgewohnheiten nachzudenken. Wenn ein scheinbar privater Raum völlig unerwartet jede Intimität verliert, durchbricht ein kleiner emotionaler Schock die rationalen Abwehrmechanismen der Besucher (die nach dem Prinzip der kognitiven Dissonanz funktionieren). Und dann sind die Chancen viel höher, dass die Botschaften der Künstlerin auch wirklich an ihrem Bestimmungsort ankommen - im Bewusstsein des Betrachters.
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Etwa TV All Inklusive (siehe folgende Seiten). Ein Kühlschrank, der alle “Bedürfnisse” eines modernen Lebens erfüllt. Er spiegelt allerdings gleichzeitig dessen Enge wieder. Nur, wie genau hängt das zusammen? Bringt die Enge des eigenen kleinen Lebens eben keine anderen Bedürfnisse hervor - oder engt die Fixierung auf die eventuell nur durch Werbung, zeitgeistige Strömungen oder gesellschaftlichen Druck hervorgerufenen Bedürfnisse das eigene Leben weit mehr ein, als Potenzial da wäre?
Die Primärbedürfnisse sind jedenfalls abgedeckt, sogar eine Klomuschel steht vor dem TV-Gerät. Hausschuhe, Süßigkeiten, Knabbergebäck, Klopapier - alles an einem Ort konzentriert. Dass der Kühlschrank inklusive Aquarium und einigen Spielsachen im Stil der Siebziger-Jahre gehalten ist, ist eine Reminiszenz der Künstlerin an die eigene Kindheit und Pubertät - da wird die Diskrepanz zwischen Bedürfnissen, Möglichkeiten und vorgegebenen Strukturen oft als lähmend erlebt. Keiner der Zuschauer kann sich nur in die Zuschauer-Perspektive zurücklehnen und der Künstlerin voyeuristisch bei ihren Experimenten zuschauen. Der verwendete Fernseher gibt nämlich die Bilder der Besucher der Ausstellung wieder, während sie eine “Peepshow” in einem der anderen Kühlschränke beobachten. Das zwingt nicht nur die Betrachter in die Installation mit hinein, sondern damit wird wiederum Privates öffentlich gemacht.
Die Primärbedürfnisse sind jedenfalls abgedeckt, sogar eine Klomuschel steht vor dem TV-Gerät. Hausschuhe, Süßigkeiten, Knabbergebäck, Klopapier - alles an einem Ort konzentriert. Dass der Kühlschrank inklusive Aquarium und einigen Spielsachen im Stil der Siebziger-Jahre gehalten ist, ist eine Reminiszenz der Künstlerin an die eigene Kindheit und Pubertät - da wird die Diskrepanz zwischen Bedürfnissen, Möglichkeiten und vorgegebenen Strukturen oft als lähmend erlebt. Keiner der Zuschauer kann sich nur in die Zuschauer-Perspektive zurücklehnen und der Künstlerin voyeuristisch bei ihren Experimenten zuschauen. Der verwendete Fernseher gibt nämlich die Bilder der Besucher der Ausstellung wieder, während sie eine “Peepshow” in einem der anderen Kühlschränke beobachten. Das zwingt nicht nur die Betrachter in die Installation mit hinein, sondern damit wird wiederum Privates öffentlich gemacht.
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