EIN ECHTER ÖSTERREICHER
Böse Nazis - brave Gutmenschen? Anständig, ehrlich, fleißig oder faule Demonstrierer? Österreich ist nicht nur gesellschaftspolitisch - auch landschaftlich tief gespalten. Was zählt mehr? Der städtische Wasserkopf Wien oder die agrarisch geprägte Mehrheit in den Bundesländern? Die Klischees über eine älplerische Trachtenhochburg im Westen sind jedenfalls genauso irreführend wie das Vorurteil über die hochnäsige Überheblichkeit der Stadtneurotiker im Osten des Landes. Mit Hilfe unterschiedlicher Medien und Materialien - und vor allem unter tatkräftiger Beteiligung des Publikums - sollte bei der Rauminstallation „Ein echter Österreicher“ aufgezeigt werden, dass Verallgemeinerungen in beide Richtungen der Wirklichkeit nicht gerecht werden. In starker Überhöhung ländlicher stilbildender Elemente sollte die Eindimensionalität derartiger Klischees sicht- und fühlbar gemacht werden.
Dazu zählt etwa die Inszenierung des Raumes als rustikaler Schöhnheitssalon: So oberflächlich wie die Rundumerneuerung in einem Schönheitssalon städtische Identitäten beschreibt, so wenig tiefgreifend ist ländliche Identität über die heile ländliche Natur zu definieren. Als Kulisse dienen kitschig akzentuierte Einrichtungsgegenstände oder die Projektion von SW-Dias aus der Großelterngeneration: Diese Verfremdung erleichtert den innere Zugang der Betrachter zu dem Geschehen, das auf Polaroids dokumentiert wurde.
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