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DESSOUS 4U

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Bauplastik-objekte



Pfeifers Arbeiten mit dem Baustoff Plastik haben einen gemeinsamen Hintergrund: nichts gewährt so tiefen Einblick - trotz Verhüllung. Das gilt auch für die Arbeiten zum Thema Mode – denn was etwa durch Unterbekleidung für gewöhnlich verhüllt werden soll, wird durch den in Pfeifers Schaffen immer wieder- kehrenden Werk-„Stoff“ plötzlich transparent und damit zum Widerspruch in sich selbst. Intime Bereiche geraten in das Blickfeld der Zuschauer und das wirft die Frage auf, wer die Verhüllung braucht, wer den Einblick?

80x45, Acryl, Bauplastik auf Molino

Sex sells und Unterwäsche sells genauso – das Verhüllte, das die Vorstellungskraft anregt, ist aufregender als offen zur Schau gestellte Pornographie. Werbung kennt die Mechanismen – nicht umsonst zählt etwa die Palmers-Werbung zu den erfolgreichsten ihrer Art. Pfeifers Ansatz nähert sich diesem Konzept mit feiner Ironie, wird er doch auf die Spitze getrieben und ins Gegenteil verkehrt – das Dessous zeigt alles, das Rundherum ist blickdicht. Verhüllt und offen zugleich, was könnte sich doch alles unter dieser Unterwäsche verbergen ...

_dresses

80x100, Acryl auf Molino

Das für die Künstlerin typische Spiel mit Formen und Farben, der ironische Zugang, der bis ins Comic-hafte verschwimmende malerische Ansatz: das alles findet sich in der Kleider-Schuhe-Serie in besonderem Ausmaß wieder. Das gelingt durch die realitätsnahe Hängung der ausgestellten Objekte - die Schuhe werden nicht in Augenhöhe, sondern direkt an der Sesselleiste präsentiert, die Kleider in gebührendem Abstand darüber. Damit erreicht Pfeifer zweierlei: Erstens bricht sie damit das gewohnte Degustationsmuster der Betrachter auf - sie zwingt den Blick zum Boden. Zweitens treten die Bilder, die Anordnung und die Message dem Betrachter sozusagen entgegen. Er kann sich weniger leicht in die Distanz der gewöhnlichen Bildbetrachtung zurückziehen. Kommt der Rezipient nicht zum Bild, muss das Bild zum Rezipienten kommen.



_ underwear

45x80, Acryl auf mol.