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CLOSER TO CLOSETT

Ein Klo ist ein Klo ist ein Klo?

Daheim ist intim. Klo ist intim. Daheim am Klo ist intim zum Quadrat. Und gleichzeitig auch ein innerer Fluchtpunkt für die Querelen daheim.

Das Klo in der Kunst wird oft als Metapher verwendet. Als platte Methapher mittlerweile: Für den Ekel über Bourgoisie, als Synonym für bürgerliche Moral, eine stellvertretende Anzeige für allgemeines Unbehagen an Gott und der Welt. Als Manifestation des eben entdeckten Unterbewußtseins (Freud).

Nicht so in diesem Fall: In der Installation von Karin Maria Pfeifer ist das Klo ein Klo. Er ist einfach ein Rückzugsbereich. Man ist ganz bei sich, kann seinen eigenen Gedanken nachhängen. Keine Kommunikation ist notwendig.

Ein Ort der Meditation, der die Sinne frei macht. Eine Bedürfnisbefriedigung, die eindeutig kein schlechtes Gewissen nach sich zieht (frei nach W.A. Mozart). Ein Ort der Entdeckung tausendfach unterschiedlicher Fließenmuster, einer Kultur der Klosprüche, ein Erlebnispark im Format bröckelnden Mauerwerks. Man erforscht im Laufe des Lebens jede einzelne Nische seines Klos, läßt seine Gedanken schweifen und Assoziationsketten nehmen ihren freien Lauf.

Indem sich aber die Installation des durchsichtigen Plastiks bedient, konterkariert sie naturgemäß den heimeligen Ansatz. Das intime wird öffentlich, einsichtig, verstörend. Keiner fühlt sich wohl. Denn die heile Welt ist nicht heil. Daheim kann auch Flucht sein.

Mit diesem Gegensatz schlägt Pfeifer auch die Brücke zu den öffentlichen Fäkalaktionen des Wiener Aktionismus in den 60er Jahren im Audimax der Universität Wien... . Statt einem Zerstörenwollen bürgerlicher Moralvorstellungen aber geht es ihr mehr um inhaltlich-ironisierende Beschäftigung mit dem Thema. Das zornige „Geht alle scheißen“ an das sogenannte „Establishment“ wird so zur freundlichen Empfehlung an eine entspannte Generation, die ihre Freud´schen Lektionen nicht nur gelernt, sondern sogar lieben gelernt hat.

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