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WHAT´S THE PROBLEM, HONEY

_ what's the problem honey?



Die Rauminstallation stellt Fragen und beantwortet sie nicht, sie reißt Probleme an, und lässt sie ungelöst im Raum stehen, sie baut rezeptive Hürden auf, indem sie vertraute Perspektiven, Videos und Bildinhalte verwendet, vom Kondom bis zur Kinderspieluhr.

Die hypothetische Frage im Titel - „Was hast du für ein Problem, Liebling?“ - wird in der Rauminstallation aus klassischen Tafelbildern, Objekten des täglichen Bedarfs und zweier Digital Frames - NICHT beantwortet. Die Künstlerin zieht sich hier auf ein Statement zurück und überlässt es dem Betrachter, die Assoziationskette bis zu einer Lösung des thematisierten Problems selbstständig zu verfolgen. Die scheinbare Vertrautheit der Ausstellungsgegenstände ist in diesem Sinne also eher eine rezeptive Hürde.Wir lernen das Problem des “Lieblings” eben nicht kennen. Die Künstlerin viviseziert lieber ihren eigenen Standpunkt zur „Genderproblematik“, zur enden wollenden Emanzipation der Partner, sobald es um unbequeme Arbeiten im Haushalt geht. Ihre künstlerische Anklage gilt Männern, die sich hinter Scheinargumenten verschanzen und ihr Mannsein darüber definieren, nicht „Multitasking-fähig“ zu sein. Während sie über Dinge hinwegsteigen steigt in Frauen die Wut über die Energie und Freiraum für die eigenen wichtigen Dinge raubenden Tätigkeiten des Alltags.

Der multimediale Teil der Installation besteht aus den in mehreren Digital Frames präsentierten, leicht variierten Videoloops „sleepy“. Deren ständig wiederkehrenden Klangmotive, aus dem Aufziehen und Abspielen einer in Plüschtierform versteckten Kinderspieluhr, schaffen durch ihre Asynchronität statt der bestimmungsgemäß beruhigenden Wirkung eine deutlich unangenehme Athmosphäre, sozusagen das akkustische Pendant zur szenischen Aufbereitung. Wobei die Stimmung bei längerer Betrachtung der Installation durch die inhärente akkustische „Belästigung“ der Videos leicht in Aggressivität umschlagen könnte - ein künstlerischer Fingerzeig auf mögliche Grenzerfahrungen, die Eltern mit Kindern durchaus ausgesetzt sind, je ungleichgewichtiger die Belastungen zwischen den Partnern verteilt sind, umso stärker. Bedrückend, sagt die Künstlerin, dass in diesen Extremsituationen reflexartig die Erkenntnis auftaucht, dass sich die eigenen Reaktionsmuster,wenn nicht reflektiert, von denen der eigenen Eltern nicht wirklich gravierend unterscheiden.
Der im Installationstitel befragte „Liebling“ bleibt klarerweise die Antwort schuldig. Und eigentlich wollte die Künstlerin wohl auch nicht fragen. Sie kennt die Antwort.ohnehin.

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